"DE-REALIZE" im Kunstverein

DE-REALIZE im Badischen Kunstverein ist eine Auseinandersetzung mit dem Stadtraum Karlsruhe: Wie bewegen sich Neuhinzugezogene, Studenten, Alteingesessene in der Stadt? Was wird im Stadtraum wahrgenommen? Wie wird eine Stadt angenommen? Wie dauerhaft, wie veränderbar sind ihre Strukturen? Für das Kooperationsprojekt DE-REALIZE haben sich Kompetenzen, die in Karlsruhe Analyse, Entwurf und Visualisierung von Architektur + Stadt lehren, zusammengefunden.

Während des Wintersemesters 2003 / 2004 erarbeiteten Studenten der verschiedenen Institutionen Beiträge zum Thema, die nun im Kunstverein ausgestellt und zueinander in Beziehung gesetzt werden - fragmentarisch, perspektivisch, disparat. Die Stadt wird in einen artifiziellen Kontext gestellt. Wahrnehmungsmuster werden destabilisiert und erweitert. Studierende von Alex Wall und Markus Weismann interpretieren die Metapher "Stadt-zimmer" in Bezug auf Karlsruhe neu. Ihre These ist, dass in einer zunehmend individualisierten Gesellschaft Aneignung öffentlichen Raumes an der Schnittstelle des Individuellen entsteht. Markus Grob entwirft ein Stadtmuseum als morphologische Sammlung, die aus den Depots der lokalen Museen und eigenem Mobiliar Geschichte/n generiert. Die Arbeitsgruppe um Stephen Craig unterhält ein "Identitätsbüro", bietet im Haus Stadtführungen an und präsentiert fiktive oder persönliche Recherchen und Selbstbilder städtischer Instanzen. StudentInnen bei Franz Ackermann entwerfen im Gewölbekeller Bilder urbaner (Des-) Orientierungen.

Alex Tennigkeit arbeitet an einem fiktiven Panoramabild Karlsruhes und Markus Graf leitet die Besucher der Ausstellung über den Nebeneingang des Kunstvereins und die Depoträume durch die verschiedenen Stationen des Projekts. Regelmäßig "zu Tisch" bittet das "Büro für Raumfragen". Die StudentInnen um Kathrin Wildner beobachten, kommentieren und stellen Fragen zur Stadt und deren Reflektionen innerhalb der Ausstellung.

Begleitend zur Ausstellung erscheint die 4. Ausgabe der KunstZeitSchrift JUNI zur Wirklichkeit des öffentlichen Raumes. Sie enthält einen Sonderteil zu DE-REALIZE KARLSRUHE.

Eröffnung: Freitag, 19. März, 19 Uhr. Geöffnet bis­ 18. April 2004. (pm)

Geschrieben am 18.03.2004 von Beate P. /

Kommentare

  1. Was fehlt Karlsruhe ? Ein Projekt über mögliche und unmögliche Ideen zu Karlsruhe und ihrer Präsenz in der Stadt. Ein Projekt des >Büro für Raumfragen.

    Dina · 14. April 2004, 12:47 · #

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