»Gib mich die Kirsche«

Ausstellung "Gib mich die Kirsche" zur Euro08 in Karlsruhe

Mit den Worten »Gib mich die Kirsche« forderte einst die Dortmunder Fußballlegende Lothar »Emma« Emmerich von seinen Mitspielern den Ball. Und jetzt, wo die Fußball-Europameisterschaft das Geschehen dominiert, fordert auch die Kunst die »Kirsche« der Aufmerksamkeit für die gleichnamige Ausstellung in der Karlsruher Nancyhalle. Diese wurde am 9. Juni mit einer Redenorgie (zäher als das Angriffsspiel der Österreicher) eröffnet und ist noch bis zum 6. Juli zu bewundern.

Ausstellung "Gib mich die Kirsche" zur Euro08 in Karlsruhe

Während der Eröffnungsfeier besang der Chor des Badischen Staatstheaters übrigens ausgerechnet den neuen VfB-Torhüter Jens Lehmann. OB Fenrich schickte den Chor daraufhin zur zukünftigen Entlohnung nach Stuttgart. Der Chor machte das aber wieder gut, indem er voller Inbrunst das Badner-Lied intonierte…

Neben der künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Fußball, bspw. in Form einer monumentalen Umsetzung legendärer Tore in leuchtendem Acryl, gibt es noch eine Sammlung mit legendären Karlsruher Fußballmomenten zu sehen.

Weitere Informationen zum »Ballgeflüster in der Nancyhalle« findet man auf der Website zur Ausstellung.

Geschrieben am 16.06.2008 von Ralf G. / Kommentare

Neues SVK-Stadion mit Victoria

Na sieh mal einer an: Kaum muss ein Stadion zum Tag X fertig werden, wird es das auch. So geschehen die Tage beim neuen Leichtathletik-Stadion des SVK Beiertheim, das ja für die Special Olympics ab Montag gebraucht wird. Und es ist recht hübsch geworden:

Nett ist auch die Victoria davor, die von Tinka Stock, einer ehemaligen Studentin an der Kunstakademie Karlsruhe, gestaltet wurde und im Rahmen des „Kunst am Bau”-Projekts angeschafft wurde:

Geschrieben am 14.06.2008 von Beate P. / Kommentare [1]

Das Double ist geschafft: ASV Durlach im DFB-Pokal

Das war eine erfolgreiche Saison für die Fußballer des ASV Durlach: Nicht nur dass der Wiederaufstieg in die Oberliga geschafft wurde. Das letzte wichtige Spiel heute Abend, das Finale im BFV-Pokal gegen den FC Germania Forst, gewannen sie mit 4:1. Damit sind sie für den DFB-Pokal qualifiziert und streichen zudem noch etwa 50.000 Euro an Fernsehgeldern ein! Und vielleicht ist ihnen ja das Losglück hold und wir können im Turmbergstadion demnächst eine richtig „große” Mannschaft bewundern?

Update 8.6. Laut Boulevard Baden von heute wird die Auslosung am 6. Juli auf dem Schlossplatz Durlach gefeiert. Das Turmbergstadion kann bis auf 10.000 Besucher ausgebaut werden, zu klären sind aber noch ein paar Sicherheitsaspekte.

Geschrieben am 05.06.2008 von Beate P. / Kommentare [4]

Ein Karlsruher ist schuld...

Eine neue Ausgabe der Image-Kampagne des Landes Baden-Württemberg haben meine Augen in der neuen Ausgabe der Fußballzeitschrift 11Freunde gefunden:

(Wer die beiden unteren Zeilen nicht lesen lann: „Wir gratulieren dem Karlsruher Oliver Kahn zu 8 Deutschen Meisterschaften, 6 DFB-Pokal-Siegen, 1 UEFA-Cup-Sieg, 1 Champions-League-Sieg, zum Europameister- und zum Vizeweltmeistertitel.”)

Ich finde die Kampagne sowieso recht gut gemacht, aber diese gefällt mir besonders ;-)

Geschrieben am 26.05.2008 von Beate P. / Kommentare [3]

Daneben

Heute mittag in der Kneipe erlebt: Karlsruher Fußball-Fans regen sich über ein Tor des VfB Stuttgart deutlich stärker auf als über das 0:7 des KSC gegen Hamburg.

Irgendwas ist doch da kaputt, wenn der Hass auf die anderen stärker ist als die Unterstützung für die eigenen.

Geschrieben am 17.05.2008 von Oliver Regelmann / Kommentare [3]

Fußball-EM: (K)ein »Public Viewing« in Karlsruhe

Bald findet bekanntlich die Fußball-Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz statt. Seit der Fußball-WM 2006 in Deutschland sind zu solchen Anlässen so genannte »Public Viewings« äußerst beliebt. Das sind Übertragungen der Spiele auf großen Leinwänden an öffentlichen Plätzen, wo sich dann die Fans versammeln und trotz der geografischen Entfernung zum Spielort so tun können, als wären sie im Stadion. Große Fußballereignisse als Gemeinschaftserlebnis, der öffentliche Platz als Fanblock – so ist das gedacht.

Heute gab das Stadtmarketing Karlsruhe bekannt, dass es zur EM kein »Public Viewing« in Karlsruhe geben wird. Da George Orwell mit der literarischen Erfindung des »Doppelsprech« bekanntlich der geistige Pate des Marketings ist, verkauft das Stadtmarketing diese Absage aber unter der Überschrift:

»Fußball-Europameisterschaft: 12.000 bis 15.000 Sitzplätze für Public Viewing in Karlsruhe.«

Wie das? Das ist einfach die Addition aller Sitzplätze in Kneipen und Gaststätten, die irgendwo einen Bildschirm stehen haben. So betrachtet haben wir jede Woche, wenn der KSC spielt, ein »Public Viewing« in Karlsruhe, 34mal. Hier ist was los, Karlsruhe, Hauptstadt der »Public Viewings«!

Warum das Ganze: Die mit ihrer schrillen Anti-Rauchverbot-Agitation bekannt gewordene Dehoga, Interessenverband der Wirte, hat sich mit ihren Interessen durchgesetzt, Stadtmarketing-Geschäftsführer Jagiella:

»Ein klassisches Public Viewing auf einem der großen Plätze in Karlsruhe würde aufgrund des ohnehin hohen Angebots für die Fans keinen Mehrwert bringen.«

So ist das also. Alles klar? Noch einmal zusammen gefasst:
Es gibt nichts, Stadtmarketing verkauft das aber als das genaue Gegenteil. Viel vor, Karlsruhe, viel vor…

Update 20. Mai 2008: In Ettlingen gibt es wohl Public Viewing, eigentlich sollte man dahin fahren ;)

Update 5. Juni 2008: Nun gibt es auch in Karlsruhe Public Viewing – geht doch!

Geschrieben am 28.04.2008 von Ralf G. / Kommentare [28]

Die Stadionfrage: »Wildpark Forever« vs. »Bretten-Connection«

Bild: Plakate für den Wildpark im Fanblock des KSC

Die Debatte um das neue Stadion für den Karlsruher SC überrascht mit immer neuen Wendungen. Gestern (22.4.08) behauptete der Oberbürgermeister von Bretten, Paul Metzger, im Regionalsender R.TV, er hätte einen Investor für einen Stadionneubau in Stutensee.

Als Beobachter der Stadiondebatte fragt man sich sowieso, welche Aktien eigentlich Paul Metzger als OB von Bretten in der Karlsruher Stadionfrage hat. Offensichtlich in seinem Städtchen mit bedeutsamen Fragen wie den Öffnungszeiten der Blumengeschäfte am Muttertag nicht ausgelastet, nutzt Metzger jede sich bietende Gelegenheit (zuletzt bei einer Veranstaltung der Supporters), dankbar um jede Kamera und jedes Mikrofon, mit seinen eigenen Stadionvorstellungen an die Öffentlichkeit zu gehen und in den sowieso schon heiklen Verhandlungen zwischen dem KSC und der Stadt Karlsruhe weitere Unruhe zu stiften. Wofür Metzger überhaupt kein Mandat hat, aber das scheint niemanden zu stören…

Die Aufgabe des traditionsreichen Wildparks (wo schon einer der Vorgängervereine, »die Phoenix«, gespielt hat) zugunsten eines geschichtslosen Neubaus irgendwo an der Autobahn würde aber zu der »Geschichtsvergessenheit« passen, die in Karlsruhe mit allen Dingen praktiziert wird, die mit Fußball zu tun haben. Während um jeden Stein, der mit dem seligen Herrn Drais zu tun hat, ein gewaltiges Galama veranstaltet wird, muss natürlich ausgerechnet das traditionsreiche KFV-Stadion an der Telegrafenkaserne, wo 1904 mit dem 1:0 über die Schweiz der erste Sieg einer deutschen Fußballnationalmannschaft überhaupt zu bewundern war und der Karlsruher FV 1910 Deutscher Meister wurde, einem Seniorenheim weichen. Oder der Engländerplatz, auf dem zum ersten Mal in Deutschland organisiert Fußball gespielt wurde, muss mit einem Mensaneubau verschandelt werden.

Darum: Die Fans auf dem Bild haben völlig Recht. Es gibt nur eine Heimstatt des Karlsruher SC, und das ist das Wildparkstadion. Darum wäre es an der Zeit, dass sich alle Beteiligten (und zwar nur die Beteiligten, ich wüsste nicht, was das possierliche Bretten damit zu tun hat) hinsetzen und in die Gänge kommen, damit der Karlsruher Bundesligafußball eine zeitgemäße, aber trotzdem in der reichen Karlsruher Fußballtradition stehende Spielstätte bekommt.

Geschrieben am 23.04.2008 von Ralf G. / Kommentare [6]

Ein Stadion für Karlsruhe - Visionen, Ziele, Chancen

Unter diesem Motto luden die Supporters, der Dachverband der KSC-Fans am vergangenen Freitag in das Clubhaus ein, zu einer Podiumsdiskussion über den Stadionumbau, bzw. Neubau. Die Fans folgten der Einladung sehr zahlreich und füllten den Saal des Clubhauses bis auf den letzten Platz. Extrem bedauerlich allerdings, dass von Seiten der Stadt niemand die Einladung annahm. OB Fenrich befürchtete wohl, “vorgeführt zu werden”, so erklärte der Moderator des Abends, Jürgen Essig (SWR) dessen Fernbleiben, trotz zweimaliger Einladung durch ihn. Auch Hubert Raase und Rolf Dohmen von KSC-Seite ließen sich jeweils wegen “familiärer Termine” entschuldigen. Teilnehmer der Diskussion waren Tom Beck für die Supporters, Gemeinderatsmitglied und Mitglied des KSC-Verwaltungsrates Lüppo Cramer, sowie der Brettener OB Paul Metzger, der seine Idee eines Stadion-Neubaues am Gleisdreieck vorstellen wollte.

Als erster Redner ergriff Tom Beck das Wort und bekräftigte die Forderung der Supporters für ein fanfreundliches Stadion mit 17000 Stehplätzen. Dies ist auch die aktuelle Anzahl und man wolle sich nicht verschlechtern. Untermauert wurde diese Forderung mit 17000 Unterschriften, welche die Supporters in nur drei Tagen sammelten und welche nun übergeben werden sollen.

Daran anschließend fasste Moderator Jürgen Essig nochmals die bisherigen Entwicklungen des geplanten Umbaus zusammen, bevor Lüppo Cramer zu Wort kam. Kernaussagen von ihm waren die Forderung eines UEFA-Cup tauglichen Stadions, und die Feststellung, dass der Businessplan des KSC abhängig von dem Raumprogramm sei. Sprich, dass der KSC für eine Vermarktung der Business-Seats und VIP-Logen auch auf eine ausreichende Anzahl von entsprechenden Parkplätzen in unmittelbarer Stadionnähe angewiesen sei. Diese waren schon bei der später wieder gestoppten Ausschreibung seitens des KSC aufgeführt gewesen.

Weiter erklärte er, dass er keine der momentan durch die Presse geisternden Zahlen so bestätigen kann. Auf die Frage, ob die Stadt wirklich einen Umbau an bestehender Stelle wolle, antwortete Cramer mit einem klaren “Ja”. Ein anderer Ort wäre für die Karlsruher Poltik kein Thema.

Danach ergriff Paul Metzger das Wort, um sein Konzept eines möglichen Neubaus vorzustellen. Metzger legte Wert darauf, nicht als OB von Bretten zu sprechen, sondern alle Bürgermeister der KSC-Region zu vertreten. Diese sähen im KSC einen bedeutenden Werbeträger der Region und nicht zu unterschätzenden Wirtschaftsfaktor.

Metzger betonte schon vor Jahren intern auf die Probleme des jetzigen Standorts hingewiesen zu haben. Er sagte zwar, seinen späten Einspruch zu bedauern, hat aber trotzdem kein Verständnis für das weitere Festhalten am Wildpark. Hauptproblem seinen dort die Verkehrsanbindung und die Auflagen, da das Stadion sich in einem Landschaftsschutzgebiet befindet. Diese stünden vor allem einer Vergrößerung der Besucherkapazität auf über 40000 im Weg, welche Metzger sich wünscht. Er sprach davon, sich eine Kapazität vorzustellen, ähnlich der, welche der Wildpark bei seiner Eröffnung 1955 hatte, also etwa 45000. Hierfür erntete er kräftigen Applaus.

Metzgers Konzept sieht einen Neubau im so genannten Gleisdreieck vor, gegenüber von Mann Mobilia am Autobahnkleeblatt Karlsruhe-Durlach. Dort sei ein idealer Anschluss durch Straßenbahn und Autobahn gewährleistet. Desweiteren hielte er es für möglich, das für die Auswärtsfans eine DB-Haltestelle direkt am Stadion eingerichtet würde. Laut einer Richtlinie der DFL, müsse bei einer guten ÖPNV-Anbindung auch wesentlich weniger Parkfläche ausgewiesen werden.
All dies erörterte er anhand einer PowerPoint-Präsentation mit Fotos und möglichen Plänen.

Weitgehend unklar blieb indes eine mögliche Finanzierung dieses Plans. Zwar könne mit Zuschüssen gerechnet werden, jedoch stehen diesen auch wieder Kosten gegenüber die durch nötige Ausweichflächen und Neubauten der dort befindlichen Landesaufnahmestelle für Flüchtlinge, Kleingärten und einer Sportanlage entstehen würden. In der folgenden Diskussion stellte Lüppo Cramer fest, dass dadurch extrem schwierige Verhandlungen absehbar wären, welche sich sehr schlecht abschätzen lassen aber bestimmt nicht unerheblich seien.

Enttäuscht war, wer damit rechnete, dass Metzger einen Inverstor für sein Vorhaben “aus dem Hut zaubern” würde. “Gäbe es einen solchen, wäre er auch schon direkt an den KSC heran getreten, dies sei nicht der Fall”, wie Cramer sagte. Es bliebe also nur eine kommunale Finanzierung, der er aber keine Chance einräumte, “absolutes Wunschdenken” sei dies.
Applaus erntete er dann als er dem Brettener OB eine Beteiligung der umgebeneden Kommunen Bruchsal, Ettligen, Bretten (…) vorschlug, als deren Vertreter sich Metzger an diesem Abend ja laut eigener Aussage sah.

Abschließend lässt sich sagen, dass die Veranstaltung zwar manche Frage klärte, aber auf der anderen Seite mindestens genau soviele wieder aufbrachte. Vor allem das Fehlen von Vertretern der Stadt und des Vereins, lässt daran zweifeln, dass durch den Abend ein Impuls gegeben wurde welcher die verfahrene Situation um den Wildpark anstossen könnte.

Lediglich die Hoffnung, dass dies nun der Startpunkt für weitere Aktionen von Seiten der Fans sein könnte, lässt mich glauben, dass sich der Abend doch noch gelohnt haben könnte.

Geschrieben am 14.04.2008 von Stefko / Kommentare

« Neuere Artikel | Ältere Artikel »