Über Brus'l und Brüssel

Dass auch die Weltstadt Brüssel etwas mit der doch eher beschaulichen Stadt Bruchsal gemeinsam hat, mussten in der Nacht zum Dienstag zwei ältere Damen aus Bulgarien feststellen - und mit ihnen zwei Beamte der Verkehrspolizei Bruchsal.

Während der Aufnahme eines Unfalls wurden die Beamten von den beiden Frauen am Bahnhofsplatz angesprochen. Sie gaben zu verstehen, dass sie kein Geld mehr hätten und Hilfe benötigten. Mit Kenntnissen verschiedener Fremdsprachen brachten die Polizisten in Erfahrung, dass die reisenden Rentnerinnen mit dem Zug von Bulgarien bis nach Nürnberg gefahren waren. Von dort aus wollten sie ursprünglich nach Brüssel weiterfahren und kauften mit ihrem letzten Geld ein Ticket - wie sie meinten in die belgische Hauptstadt. Doch mit bulgarischem Akzent ausgesprochen, klingt Brüssel offenbar nach Brus'l. Und so hatten die beiden Damen kein Ticket nach Brüssel, sondern nach Bruchsal. Da standen sie nun auf dem Bahnhofsvorplatz, die mittellosen Frauen und wussten nicht mehr weiter. Trotz aller Bemühungen konnte keine Unterkunft für eine Nacht gefunden werden. Was nun tun mit diesen Damen im Streifenwagen, bei einsetzendem Regen und nächtlichen Temperaturen? Da der Bahnhof Bruchsal geschlossen war und um den Damen wenigstens ein Dach über dem Kopf zu bieten, wurden sie zum Hauptbahnhof Karlsruhe gebracht, wo sie am Morgen die Bahnhofsmission aufsuchen wollten. Zum Schluss bedankten sich die Damen tausendmal bei ihren Freunden in Uniform.

Eines wird wohl nie zu erfahren sein: Ob die Damen verstanden hatten, warum sie in Brus'l und nicht in Brüssel waren...? (pol)

Geschrieben am 13.07.2004 von Beate P. /

Kommentare

  1. Und das ist einer der Gruende aus denen ich Dialekte nicht mag. Welcher grenzdebile Bahnkartenverkaeufer nimmt denn an das fremdlaendische Menschen ihr gewuenschtes Ziel im jeweiligen Slang angeben?

    Mela Eckenfels · 13. Juli 2004, 19:54 · #

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