Radfahrführerschein und Fußgängerdiplom für geistig behinderte Menschen

Seit nunmehr 20 Jahren fand auch in diesem Jahr in der Woche nach Pfingsten in bewährter Tradition in der Jugendverkehrsschule der Verkehrswacht im Stadt- und Landkreis Karlsruhe e.V. "Am Engländerplatz" in Karlsruhe für Beschäftigte der Hagsfelder Werkstätten und Wohngemeinschaften Karlsruhe (HWK) ein dreitägiges Verkehrstraining statt.

Geistig behinderte Menschen zählen nach wie vor zu den schwächsten Verkehrsteilnehmern. So können sie oft, je nach Art ihres Handikaps, nur in Begleitung einer Betreuungsperson sich sicher im Straßenverkehr bewegen. Und diejenigen, die keiner Begleitung bedürfen, müssen umso vorsichtiger sein.

Voraussetzung für deren Teilnahme im Straßenverkehr ist die Überprüfung der persönlichen Fähigkeiten. Und vor diesem Hintergrund führte die Verkehrserziehung beim Polizeipräsidium Karlsruhe gemeinsam mit der HWK für 29 geistig behinderte Menschen im Alter zwischen 18 und 40 ein Verkehrstraining durch mit dem Ziel, deren Verkehrstauglichkeit zu überprüfen, aber auch deren Aufmerksamkeit im Straßenverkehr zu schärfen sowie sie in die Lage zu versetzen, Verkehrssituationen zu durchschauen und angemessen zu reagieren.

An allen drei Tagen des Verkehrstrainings unterrichteten Polizeihauptkommissar Johannes Beckert und die Polizeihauptmeister Peter Roll und Dieter Siebecker von der Verkehrserziehung gemeinsam mit Gerhard Gallasch vom Sozialen Dienst der HWK und Gruppenleitern der HWK diese Zielgruppe sowohl im Schonraum der Jugendverkehrsschule als auch im realen Straßenverkehr. Die Schulung schloss mit einer Radfahrführerscheinprüfung und einem Fußgängerdiplom ab.

Die Sicherheit von geistig behinderten Menschen im Straßenverkehr hängt in allererster Linie vom Verhalten der anderen Verkehrsteilnehmer gegenüber ihnen ab. Aus diesem Grund ist die Aktion gleichzeitig auch mit einem Appell an die anderen Verkehrsteilnehmer zu rücksichtsvollem und vorbildlichem Verhalten zum Schutz der behinderten Menschen im Straßenverkehr verbunden.

Die Aktion, die der Sicherheit geistig behinderter Menschen im Straßenverkehr dient, verbindet auch eine Steigerung deren Freizeitqualität. (pol)

Geschrieben am 04.06.2004 von Beate P. /

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