Bildung ist ein teures Gut

Dachte sich der Rechnungshof unseres geliebten Baden-Württemberg schon 2007 und regte an, in den Landesbibliotheken Württemberg und Baden Gebühren einzuführen, um die Ausleihaktivitäten bremsen zu können. Wo kommen wir auch hin, wenn Bürgerinnen und Bürger die Institutionen, die sie mit Steuergeldern finanzieren, auch noch benutzen. ;)

Mittlerweile ist die Anregung des Rechnungshofs »unten« angekommen und die Badische Landesbibliothek hier in Karlsruhe kündigt die Gebühren von 30 EUR für Erwachsene in einer wirren Meldung als »Neuerung« an.

Protest dagegen ist angemessen, die Entscheidung darüber fällt aber nicht in der BLB, sondern kommt wie alles Gute ;) aus unserer wunderschönen Landeshauptstadt Stuttgart. Die richtige Adresse für Proteste ist der Minister für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Peter Frankenberg. Ob sie auch sinnvoll sind, steht auf einem anderen Blatt, Frankenberg gefiel sich bekanntlich schon in der Studiengebührendebatte als Hardliner…

[Nachtrag 9.2.09] Mittlerweile gibt es dazu auch etwas bei KA-News. Es sind eigentlich alle Parteien dagegen, die CDU äußerte sich bis jetzt nicht. Nur FDP/Aufbruch ist für Gebühren. Das ist auch konsequent, denn wir müssen sparen, z.B. für Prämien- und Steuergeschenke zur Anschaffung neuer Geländewagen für die typische FDP-Klientel…

Und Matthias Kehle bloggt über die Presseinfo der Schriftsteller in ver.di:

…wenn Nutzer ausbleiben, kann man Personal einsparen, wenn genügend Personal eingespart ist, kann man die Karlsruher mit der Stuttgarter Bibliothek fusionieren.

Geschrieben am 04.02.2009 von Ralf G. /

Kommentare

  1. Als BLB Benutzer kann ich Gebühreneinführung nachvollziehen. Aber
    gleich 30 €/Jahr finde ich zu hoch. Ok, die Stadtbibliothek KA verlangt 15 €/Jahr. Sie kann aber bei weitem nicht das Angebot leisten, wie die BLB. Soll sie auch nicht, hat auch eine andere Zielgruppe. Mit 20 €/Jahr bei der BLB könnte ich mich anfreunden.

    Swen Kraus · 5. Februar 2009, 12:15 · #

  2. Wie wäre es, dazu eine Art Flashmob zu machen? Benutzer mit Ausweisen kommen zu einer bestimmten Zeit in die BLB und wollen alle gleichzeitig Bücher ausleihen?

    Beate · 5. Februar 2009, 16:41 · #

  3. Das wäre sehr witzig und eine andere Art von Protest. ;-)

    Swen Kraus · 6. Februar 2009, 10:55 · #

  4. Heute in den BNN findet sich ein Kommentar und Artikel im Kulturteil.

    Beate · 7. Februar 2009, 13:06 · #

  5. Ich hab noch eine Idee zum Geldsparen für Herrn Frankenfeld: Man könnte direkt die BLB dicht machen, die Bücher auf einem Flohmarkt verkaufen (oder gleich verbrennen, wäre ein schönes Symbol für die Vernichtung von Wissen/Bildung), dann das Gebäude abreißen, das Grundstück an einen Investor verkaufen und ein Einkaufszentrum draufbauen.

    Damit würde auch endlich die große Lücke zwischen ECE-Center und Postgalerie shoppingtechnisch geschlossen …

    Mann, mann, in Sachen Bildungs- und Kulturpolitik sieht man in Baden-Württemberg echt schwarz (im wahrsten Sinne des Wortes).

    Martin · 8. Februar 2009, 13:32 · #

Kommentarfunktion für diesen Artikel geschlossen.