Alarm in Karlsruhe!

Eben (für die archivlesende Nachwelt: »eben« war am 18.10.08 um 11:00 Uhr) heulten in Karlsruhe die Sirenen. Aber, keine Panik, das war nur ein Probealarm im Rahmen des heutigen Katastrophenschutztags am Rathaus.

Aber sie heulten ziemlich leise und ziemlich kurz, wenn man bedenkt, dass der Autor dieser Zeilen mitten in der Stadt sitzt. Wir älteren »Kinder des Kalten Kriegs« kennen noch die regelmäßigen minutenlangen Probealarme der lautstarken Sirenen in den Städten. Die gab es überall, schließlich rechneten ja alle jederzeit mit sowjetischen Atomraketen am Horizont.

Nach dem Ende des nämlichen Kalten Krieges begann man, die Sirenen abzubauen. Die Zuständigkeit dafür wanderte von Bundes- auf kommunale Ebene, und so leisten sich heute nur noch wenige Großstädte Sirenen als kostspieliges Hobby zum Ausleben eines behördlichen Alarmismus.
Sirenen sind in der heutigen Zeit, wo fast immer und überall elektronische Medien aller Art verfügbar sind, ein wenig anachronistisch. Zumal das Heulen einer Sirene an einem beliebigen Tag sowieso nur die Reaktion »Hajo, ist wohl ein Probealarm« auslösen würde. Oder würdet Ihr, verehrte Leserinnen und Leser, bei Sirenengeheul an einem, sagen wir, beliebigen Donnerstag-Nachmittag sofort panisch den nächsten Luftschutzbunker aufsuchen? ;)

Geschrieben am 18.10.2008 von Ralf G. /

Kommentare

  1. Wo sind denn in Karlsruhe die Schutzräume?

    Jens · 18. Oktober 2008, 11:05 · #

  2. Eine gute Frage. Zur Beantwortung gibt es sogar eine eigene Website. ;)

    Ralf G. · 18. Oktober 2008, 11:19 · #

  3. Was soll die Polemik? Wenn du etwas gegen die Sirenen vorzubringen hast, wie wäre es dann mit schlüssigen Argumenten und Alternativen? Mich jedenfalls hat der Alarm heute morgen geweckt und ich hätte dann als nächstes den Fernseher oder das Radio eingeschaltet (man beachte die Reihenfolge: erst die Sirenen, dann die “allgegenwärtigen” Massenmedien). Und ja, ich habe mich wieder umgedreht, da ich zuerst auf die Uhr geschaut habe und ohne Probleme zu dem Schluss kam, dass es sich am Samstag morgen um Punkt 11 Uhr um einen Probealarm handeln muss. Und wenn du den von dir verlinkten Artikel auch mal gelesen hättest, hättest du leicht feststellen können, dass man mitnichten sofort zum nächsten Luftschutzbunker rennt, wenn der Katastrophenalarm ausgelöst wird.

    Michael · 18. Oktober 2008, 13:25 · #

  4. Ich find es gut, dass Karlsruhe als eine der wenigen Staedte noch ein einigermaszen ausgebautes Sirenennetz hat. Im Ernstfall erreichen mich die naemlich auch, wenn ich schlafe oder mir einfach mal ne Auszeit vom hektischen getue der neuen Medien nehme.

    Zur Frage, was ich mache, wenn Alarm ist, kann ich nur soviel sagen: PANISCH werde ich aufjedenfall nicht reagieren, waere ja so oder so nicht zu raten. Aber je nach Situation wuerde ich mich doch schleunigst mal informieren, was genau los ist. Die ganzen Signaltoene kennt ja heute (auch ich nicht :/) keiner mehr…

    anonymous · 18. Oktober 2008, 15:01 · #

  5. bruchsal verfügt auch über ein gut ausgebautes sirenen-netz. :)

    micha · 18. Oktober 2008, 21:45 · #

  6. Und genau das ist das Problem, Michael: Du hast dich wieder rumgedreht und weitergeschlafen. Wusstest du das vorher schon, dass es ein Probealarm ist oder hast du es dir nur gedacht? Auch am Samstag um 11 Uhr kann es Bombenalarm geben oder das KKW Philipsburg explodieren. ;)
    Wenn ich darüber nicht am Vortag in der Zeitung gelesen hätte, dann hätte ich die Sirene wahrscheinlich einfach überhört. Ok, in Grötzingen war die Sirene nur sehr leise zu hören und auch nur kurz aber ich hätte sie im Ernstfall möglicherweise auch nicht wahrgenommen oder falsch gedeutet.
    Heutzutage gibt es in der (jüngeren) Bevölkerung einfach kein Bewusstsein mehr für Sirene = Gefahr. Und deshalb befürchte ich, dass diese Sirenen weitestgehend nutzlos sind.

    krisz · 19. Oktober 2008, 11:06 · #

  7. Also zu mehr als einem “Ekkhaaaaad, die Russn kommen!!!” lies ich mich auch nicht hinreisen ;-)

    Stefko · 19. Oktober 2008, 16:06 · #

  8. So ein paar Minuten sind fuer mich auch noch eine Übung (bis ich ca 6 Jahre war gehoerten diese noch zur Attraktion Sonntags, eine halbe Stunde vor der Sendung mit der Maus), aber sobald die Sirenen laenger als sage ich mal 5 Minuten ihre Geraeusche abgeben, wuerde ich dann wohl doch stutzig werden und versuchen, ueber Radio/Internet mehr zur aktuellen Situation herauszufinden, und dementsprechend handeln.

    mømø · 19. Oktober 2008, 18:40 · #

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