art Karlsruhe

art Karlsruhe

Am letzten Wochenende fand die sechste Auflage der art Karlsruhe, der internationalen Messe für Moderne Kunst, in den weitläufigen Arealen der Neuen Messe statt. Das ist, wenn man den Feuilletons der Republik glauben darf, schon eine durchaus erstaunliche Leistung. Es gab ähnliche Versuche in anderen deutschen Städten, die nach der ersten Auflage ein ruhmloses Ende nahmen.

art Karlsruhe - Güldener Kitsch

Was gab es zu sehen? Werke vom großartigen Meisterwerk bis zum schlimmen güldenen Kitsch (siehe oben) vereinigten sich zu einem bunten Miteinander. Auch als »nur so Gucker«, dem zum Erwerb toller Werke das passende Konto fehlt, hatte man seinen Spaß. Den wüst geparkten exorbitant teuren Limousinen auf dem Messeparkplatz nach zu urteilen, wechselte sicher auch das eine oder andere teure Werk den Besitzer und bereichert nun die Sammlung. Darüber spricht man aber nicht in den Messehallen, Diskretion prägt auch den Kunst-Dealer. ;-)
Mit 38.000 Besuchern wurde nach Angaben des Veranstalters ein neuer Besucherrekord aufgestellt. Darum darf man zuversichtlich sein, dass wir 2009 eine siebte Auflage in der Fächerstadt erleben werden.

Peinlicher Kotau

Ein weniger glückliches Händchen hatte das Kuratorium bei der Auswahl des Partnerlandes. Vor dem Emir aus Schardscha, einem Machthaber aus einer moslemischen Diktatur, warf man sich mit quadratmetergroßen Plakaten verbal in den Staub, indem man ihn mit »Seine Hoheit« anredete. Ohne Freiheit kann es keine Kunst geben. Und gerade in diesen Zeiten sich dann unterwürfig gegenüber einem Potentaten aus einem Land, wo man für »unislamisches Verhalten« den Rohrstock bekommt und von Freiheit für Kunst überhaupt keine Rede sein kann, zu verhalten und ihm ein gewaltiges Areal für die Ausstellung von harmlosen orientalischem Kitsch zur Verfügung zu stellen, zeugt von wenig Sensibilität gegenüber den Gefahren, die sich die Freiheit der Kunst im Würgegriff der religiös motivierten Intoleranz ausgesetzt sieht.

Geschrieben am 04.03.2008 von Ralf G. /

Kommentare

  1. Wie chic. Sagen Sie das nächste Mal bitte vorher Bescheid? Falls es ideologisch ins Korsett passt, natürlich? ;)

    pr · 4. März 2008, 21:52 · #

  2. Oh je, verpasst? Das stand aber wirklich überall zu lesen. Na gut, außer hier. Das nächste Mal vorher! ;-)

    Mit der Ideologie hat das nix zu tun, kann man ja eh nicht vorher wissen, dass da ‘ne “Hoheit” mit einer Sammlung von Landkarten und Teekannen aufkreuzt. ;-)

    Ralf G. · 4. März 2008, 22:23 · #

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