BNN mit neuem Internet-Auftritt

Heute startete das Karlsruher Lidl-Anzeigenblättle, pardon, die BNN mit ihrem lange angekündigten neuen Internet-Auftritt. Kostenlose redaktionelle Inhalte sind dort allerdings kaum zu finden, nur ein paar Agenturmeldungen und Anreißer als Appetitmacher für das ePaper-Abonnement (komplette Ausgaben ab 6 Uhr morgens für 9,90€ pro Monat, Papier-Abonnenten zahlen 3€ weniger). Probiert hab ich's nicht, aber die genannten technischen Voraussetzungen und Formulierungen wie

ePaper ist eine 1:1-Version der gedruckten Zeitungsausgabe mit Artikeln, Bildern, Grafiken, Anzeigen und allen Vorteilen, die Ihnen das Internet bietet, wie z.B. Zoom- und Suchfunktion.

lassen befürchten, dass hier zur Darstellung der Inhalte PDF und/oder das Flashpaper-Format verwendet wird, das auch in anderen Bereichen der Seite unsinnigerweise zu finden ist, etwa bei den Anzeigenpreisen. Von barrierefreien Inhalten oder gar RSS-Feeds keine Spur. Der Test-Zugang funktionierte in der Nacht leider noch nicht.

Sonst kann man auf der Seite noch online Kleinanzeigen aufgeben, Print-Abos bestellen und sich über die Redaktion und die Historie der Zeitung informieren. Das ist immerhin deutlich mehr Service, als die bisherige Webpräsenz der Badischen Neuesten Nachrichten bot. (or)

Geschrieben am 01.10.2005 von Oliver Regelmann /

Kommentare

  1. In einem Punkt stimme ich Ihren Ausführungen zu. Eine Nachrichtenredaktion, die es mit der Verbreitung von Aktualität nach Newssparten ernst meint, sollte RSS-Feeds unterstützen. Ansonsten entsteht doch stark der Eindruck, das ganze Newsportal sei nur als Vermarktungsinstrument für print und epaper konzipiert. Ausdrücklich zu loben ist allerdings der Informationsbereich zum Thema Redaktion.

    Gregor Goller · 1. Oktober 2005, 07:36 · #

  2. Ich frage mich, ob die Funktionalität "Leserbriefe" für ein Web-Auftritt (bei der BNN) noch zeitgemäß ist? Online Kommentare zu produzieren, damit sie offline veröffentlicht werden verhält sich so, als ob man die Online-Foren- oder Blog- Beiträge regelmäßig in der Zeitschriftenform unters Volk bringen würde. Es entsteht ein merkwürdiger Medienbruch.

    Peter A. Landau · 1. Oktober 2005, 11:57 · #

  3. Dass die Online-Ausgabe für Papierabonnenten überhaupt Geld kostet, finde ich zugegeben ein bisschen dumm. Aber naja. Auch an RSS-Feeds etc. müssen sie noch arbeiten, wenn sie im 21. Jahrhundert ankommen möchten. Ein guter Vorreiter, wo sie abschauen können, für allerhand Interessantes ist beispielsweise die Tagesschau (keine Tageszeitung aber deren Onlineangebot ist exzellent). Was schlägst du allerdings statt PDF vor für die ePaper-Ausgabe der BNN? Mir fällt nichts Besseres ein, wenn ich eine 1-zu-1-Kopie meiner Zeitung digital lesen möchte. Wir können ja froh sein, dass man nicht in ein proprietäres Format abwanderte. PDF ist pflegeleicht und universell.

    Fred · 4. Oktober 2005, 01:37 · #

  4. PDF ist auch proprietär...oder hab ich was verpasst? Nur eben relativ offen.

    Timo · 5. Oktober 2005, 02:08 · #

  5. Äh, ja, es ist zumindest *sehr offen*.

    Fred · 12. Oktober 2005, 07:09 · #

  6. @Timo: Wie wär's mit simplem HTML? Online macht das beibehalten des Papierlayouts überhaupt keinen Sinn. Im Gegenteil, das erschwert nur die Bedienung. Eine einfache, nach Rubriken geordnete Liste der Artikel als reinen Text würde vollauf genügen. Dazu noch ein aktueller Bereich, um nicht nur tagesaktuell, sondern schneller Nachrichten bringen zu können. Nichts ist älter als die News von gestern.

    Oliver Regelmann · 15. Oktober 2005, 17:09 · #

  7. @Fred, natürlich, nicht @Timo. Signaturen sollten aber auch wirklich _unter_ dem Kommentar stehen.

    Oliver Regelmann · 15. Oktober 2005, 17:10 · #

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