Kommt unser privates Drittes?

Die Medienlandschaft in Baden-Württemberg könnte wieder ein neues Gesicht bekommen und das GEZ-gesponserte dritte Programm eine ernsthafte Konkurenz. Die Lokalsender im Land planen ein überregionales "TV Südwest". Vorraussichtlich ab September kommenden Jahres wollen die Sender R.TV Karlsruhe, R.TV Böblingen, RNF Mannheim und TV-Südbaden aus Freiburg ihre einzelne Programme zusammen koppeln und über Satellit austrahlen. Damit erweitern die Lokalsender, die bislang nur vereinzelt im Kabelnetz zu empfangen sind, ihre Reichweite erheblich. Ein Landesmagazin wäre der nächste Schritt. "Solch ein Magazin könnte gemeinsam überregional vermarktet und bei Bedarf auch in die Kabelprogramme der einzelnen Regionalsender eingebunden werden", so Max Barth, Vorstand von R.TV Karlsruhe, gegenüber den Stuttgarter Nachrichten online.

Um dieses Ziel schneller zu erreichen, wollen die Lokalsender die im Februar anstehende Stuttgarter Ballungsraumfrequenz. Doch diese gilt noch längst nicht sicher. Neben dem Böblinger R.TV hat sich auch der jetzige Lizenzinhaber und landesweite Konkurent BTV 4U um die Senderechte beworben. Für die Stuttgarter Nachrichten online gilt die Entscheidung über die Stuttgarter Lizenz als Entscheidung über die Zukunft der Fernsehlandschaft im Südwesten. Richten wird darüber die Landesanstalt für Kommunikation in Stuttgart, LfK. Nach den in den vergangenen Jahren äußerst unpopulären Entscheidungen sind die Stuttgarter Medienwächter in starke Kritik geraten. So sorgte der Konkurs der regionalen Fernsehsender B.TV Baden und B.TV Württemberg, verbunden mit der Vergabe der TV-Lizenzen an 0190-Millionär Thomas Hornauer oder der Verlust der Sendelizenz für den Karlsruher Radiosender "die Welle" insbesondere bei den Karlsruher Zuschauern und Radiohörer für Mißstimmung. Doch der Fortschritt der Technik könnte der GEZ-finanzierte Behörde bald die Existenzgrundlage nehmen. Durch die ständige Erweiterung der Kabelnetze und Satellitenkanäle wird eine Lizenzvergabe, um Kapazitätsengpässe zu vermeiden, überflüssig. Auch die Europarisierung wird dazu beitragen. Es wäre heute schon möglich, ein "badischsprachiges" Programm aus dem Elsass zu senden. Ohne teure Vergabepolitik aus Stuttgart.

Geschrieben am 28.12.2003 von Oliver N. /

Kommentare

  1. Also das fände ich nicht schlecht, wenn man alle regionale Sender zusammenspeist. Aber wenn der 0190-Millionär Thomas Hornauer die Leitung übernimmt dann Gut Nacht um Sechse

    Gulivati · 7. September 2005, 22:14 · #

Kommentarfunktion für diesen Artikel geschlossen.